Erfahrungen in Partnerschaft und Familie


In diesem Artikel beleuchte ich meine Erfahrungen in einer Partnerschaft und warum ich selbst damit wundervolle Geschenk erhielt, mich selbst zu erfahren und weiter entwickeln zu können. Die Textausschnitte stammem aus meinem Buch "Dir geschieht nach Deinem Glauben".


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Eine der wichtigsten Erfahrungen meinerseits war es, Veränderungen generell und im Rahmen der Partnerschaft annehmen zu lernen. Durch Veränderungen können wir uns entwickeln und neue Erfahrungen sammeln. Das „Wiederfinden“ bzw. das Neu-Erfahren von Empathie und Mitgefühl war hierbei für mich ein sehr zentrales Thema. Eine unglaublich spannende Zeit, mit vielen Herausforderungen. Oftmals war ich am Rande der Verzweiflung, doch genau diese Momente waren es, wo ich mich weiterentwickelte, denn plötzlich lag die Lösung vor mir und ich schlug einen neuen Weg ein. Ich kann es einfach nicht besser beschreiben, die Gefühle waren einfach so intensiv.

In der zurückliegenden Zeit haben sich für mich beiderseitige Wertschätzung, Respekt und Achtung als essentiell für eine Partnerschaft herausgestellt. Insbesondere Partner spiegeln sehr, sehr viele Themen, da ist es für den Frieden und die Harmonie einer Partnerschaft wichtig, eben respektvoll und wertschätzend zu handeln. Wertschätzung und Respekt beinhalten auch, den Partner nicht ändern zu möchten (z.B. ich möchte, dass der Partner etwas genauso macht wie ich) sondern ihn als Mensch in Gänze
anzunehmen. Aus meiner Erfahrung sind es gerade die Erwartungen an den Partner und an die Partnerschaft, die letztendlich „Ent-Täuschungen“ hervorrufen. Großartig ist, sich dieser Täuschungen bewusst zu werden und sich neu entscheiden zu können. Allerdings können diese, wenn nicht transformiert oder bewusst
geworden sind, wie in meinem Fall auch zu einer Trennung führen.

Schuldgefühle können auch einen sehr, sehr starken Einfluss auf das eigene Verhalten haben. Mir war das lange Zeit nicht bewusst. Mein Verhalten war bestimmt von Gedanken wie „Mache ich das richtig?“ oder „Was möchte meine Partnerin?“ Es gibt beliebig viele weitere Fragen und Gedanken hierzu. Oftmals wollte ich aufgrund
dieser Schuldgefühle dann Gedanken lesen, helfen und unterstützen. Das hat nicht funktioniert. Ich bemerkte bei mir, dass aus Schuldgefühlen heraus zeitweise eine
Abhängigkeit zur damaligen Partnerin resultierte.

Ich habe erfahren dürfen, dass ich selbst Schutzmechanismen habe, die dafür sorgen wollen, dass ich nicht verletzt werde. Oftmals entsteht ein sehr interessantes Verhalten, dessen ich mir nicht bewusst bin. So kann es vorkommen, einem Partner dann eine gewisse Härte oder Kälte zu zeigen, ohne, dass dies wirklich beabsichtigt ist. Oder eine unbewusste Verteidigung. Vor diesem Hintergrund Ereignisse und Situationen näher zu betrachten, kann Lösungen für Probleme bzw. Konflikte hervorbringen. Eine weitere Möglichkeit ist das „Zurückstecken“, um eine Diskussion oder einen Konflikt zu vermeiden. Natürlich sind Kompromisse sinnvoll und notwendig in einer Partnerschaft. Sind die Kompromisse einseitig, bedeutet dies, sich selbst zu verlieren. So kann es sein, dass man den Partner immer weniger respektiert und immer
größere Mühen hat, bei sich selbst zu bleiben. So war es auch bei mir.

 

Leben in einer Partnerschaft

 

Das Leben in einer Partnerschaft ist etwas völlig anderes als alleine zu sein. Diese Erfahrung mag logisch erscheinen, das zu erleben war für mich sehr intensiv. Gegenseitige Rücksichtnahme, gemeinsame Zeit miteinander zu verbringen, sich von den Eltern abzukoppeln und auf eigenen Füßen zu stehen sind nur einige Erfahrungen, die
ich erleben durfte.

Ich habe die Erfahrung gemacht, was es bedeutet, dass Gefühl zu haben, sich in der Partnerschaft aufzugeben bzw. zu verlieren. Meine Erfahrung war so intensiv, dass es bereits kurz vor der damaligen Trennung gesundheitliche Auswirkungen für mich gab. Das ging bei mir sehr schnell, die Übergänge waren fließend und vieles wollte und konnte ich damals nicht erkennen. Besonders führten gewohnte Abläufe zu dieser Erfahrung: Aufstehen, Arbeiten, Heimfahrt, dann gemeinsame Aktivitäten und abends dann schlafen gehen. Mehr oder weniger 5 Tage die Woche. Am Wochenende standen Ausflüge an oder wir waren sonst wie unterwegs. Da fehlt irgendwann die „Ich-Zeit“.

 

Ein weiterer wichtiger Baustein waren fehlende Rückzugsmöglichkeiten. In Kombination mit den gewohnten Abläufen wirkten beide Bausteine wie eine Art „Hamsterrad“. Aus dieser Erfahrung konnte ich für mich die Erkenntnis gewinnen, dass es zum eigenen Wohl sehr, sehr wichtig ist, sich Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen, um mit sich wieder ins Reine zu kommen und sich zentrieren zu können. Beispielsweise zur Meditation oder ganz wichtig zur Transformation von Mustern, Glaubenssätzen, Konditionierungen usw. Aber auch, um eigene Bedürfnisse befriedigen zu können. Ich bin sehr froh, meine damalige Lebensgefährtin und ich nach beidseitiger Absprache in getrennten Betten schliefen. Dies war für mich sehr förderlich. Ich kann hier den Ausführungen von Robert Betz in seinen Büchern mit meinen persönlichen Erfahrungen bestätigen: Jeder hat sein eigenes Leben und es gibt ein gemeinsames Leben. Die Ausgewogenheit zwischen beiden „Leben“ ist das entscheidende! Diese Erkenntnis stellte sich bei mir nach der Trennung ein.

 
Autor: Kurt-Christian Adenau