Der Partner als Spiegel Deiner Selbst


In diesem Artikel beleuchte ich, wie Lebenspartnerinnen bzw. Lebenspartner Dein eigenes Sein spiegeln und warum man selbst damit das wundervolle Geschenk erhält, sich selbst zu erfahren und weiter entwickeln zu können. Die Textausschnitte stammem aus meinem Buch "Dir geschieht nach Deinem Glauben".



Ich schreibe sicherlich nichts Neues, wenn ich schildere, dass menschliche Beziehungen ideal dafür geschaffen sind, bei einem selbst Gefühle und Emotionen zu triggern. Diese haben immer eine Ursache bei uns selbst. Das Ziel ist die Heilung bzw. Transformation von Themen, die hinter diesen Gefühlen und Emotionen stecken. Durch den Lebenspartner bzw. die Lebenspartnerin werden diese für uns sichtbar. Der Partner trägt keine "Schuld", vielmehr ist dies ein Geschenk des Lebens an uns selbst. Wir können erkennen, verstehen und heilen, wenn wir bewusst hinsehen wollen.

 

Die Bandbreite an Gefühlen und Emotionen ist groß: Liebe, Freude, Angst, Trauer, Wut, Schuld und Scham, um nur einige aufzuzählen. Ein Gefühl spielt in meinem Leben eine große Rolle: Die Wut. Hierauf möchte ich kurz eingehen. Meiner Erfahrung nach zeigt sich Wut auf jemand anderen immer dann, wenn man wütend auf sich selbst ist. Das zu erkennen ist schwierig. Ist man sich dessen bewusst, wird die Wut zur Botschaft. Als stiller Beobachter der eigenen Wut kann man herausfinden, welche Ursache dahintersteckt und die Botschaft der Wut verstehen. Daher kann Wut als Geschenk verstanden werden (in Anlehnung an das Buch „Wut ist ein Geschenk“ von Arun Gandhi). Es ist auch möglich, dass körperliche Schmerzen auftreten, beispielsweise im Bereich des Solarplexus. Symbolisch gesprochen möchte der Schmerz darauf hinweisen, dass man hinsehen soll.

 

Wut kann auch mit Kraft verwechselt werden.  Manchmal kann es sein, dass der Spiegel (also der Lebenspartner bzw. die Lebenspartnerin) eigene Kräfte offenbart. Diese Kraft fühlt sich sehr ähnlich wie Wut an.

 

Wenn wir bemerken, dass wir emotional werden, dann kann man davon ausgehen, dass die Lebenspartnerin bzw. der Lebenspartner uns etwas spiegelen. Es gibt heute eine Vielzahl von Techniken, die es ermöglichen, uns der dahinterliegenden Themen bewusst zu werden. Beispielhaft nenne ich die geführten Meditationen von Robert Betz, "The Work" von Byron Katie, die Lehren von Eckhart Tolle, Dain Heer, Bodo Deletz oder die Bücher von Eva-Maria Zurhorst. Es gibt aber noch sehr, sehr viele mehr. In meinem ersten Buch "Der Weg des spirituellen Erwachens" und in meinem Vortrag "Innerer Friede" habe ich einige Hintergründe bereits erläutert und auch Literaturempfehlungen zusammengestellt. Im Blogbereich  Wege zur Selbstfindung finden sich ebenfalls Blogartikel zu diesem Themenkomplex.

 

Mir ist es an dieser Stelle wichtig zu betonen, wie einflussreich Konditionierungen aus der Kindheit auch im Erwachsenenalter sein können. Unsere Eltern prägen uns, auch wenn es einem selbst nicht bewusst ist. Beispielsweise kann ein abwesender Vater bei seinem Sohn das Muster entstehen lassen, für die zukünftige Lebenspartnerin / Lebenspartner immer da sein zu wollen. Dies kann dazu führen, dass die Lebenspartnerin bzw. der Lebenspartner keinen Freiraum erhält oder man sich selbst aufgibt, um für die Partnerin bzw. den Partner zu sorgen. Bei seiner Tochter könnte es beispielsweise dazu führen, dass sie deshalb immer wieder "abwesende" Männer anzieht, um dies in sich selbst heilen zu können.
Viele Themen in einer Partnerschaft können auf Konditionierungen in der Kindheit zurückgeführt werden und es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie sich diese Konditionierungen auf uns auswirken können. Beispielhaft habe ich einige aufgelistet:

 

  • Man möchte der Partnerin / dem Partner alles recht machen
  • Eigene Unsicherheiten zeigen sich beispielsweise darin, dass man alles abstimmen möchte
  • Im Gespräch Lösungen suchen anstatt richtig zuzuhören (meist ist es nicht gewollt, Lösungen zu suchen)
  • Auftreten von Ängsten (z.B. verlassen zu werden, Dinge falsch zu machen, nicht geliebt zu werden)
  • Verschiedene Partnerinnen bzw. Partner zeigen sich wiederholende Merkmale: beispielsweise könnten sie oft abwesend sein, sich nicht richtig auf die Beziehung einlassen, haben eine geringe Wertschätzung, usw. ...
  • Sexualität in der Beziehung (Befriedigung eigener Wünsche, Fremdgehen / Affären)

Bevor ich den Artikel abschließe, möchte ich noch darauf hinweisen, dass es Muster, Glaubenssätze und auch Konditionierungen geben mag, die einen selbst davon abhalten können, sich Themen anzusehen [insbesondere Themen mit einer Chance auf größere persönliche Veränderungen beispielsweise in den Feldern Beruf, Umzug, Partnerschaften oder Hobbies]. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass die "Kontrolle von Gefühlen" ein solches Muster sein kann. Mir diente es lange Zeit paradoxerweise als Selbstschutz. Auch Ängste können ebenfalls verhindern, dass man sich Themen ansieht. Jedenfalls ist die Bandbreite an Ausweichmechanismen ebenfalls sehr groß.

Fazit: Letztendlich geht es bei allem nur um uns selbst. Das Leben sendet uns immer wieder Ereignisse (Synchronizitäten), mit deren Hilfe wir uns selbst erfahren und mit deren Hilfe wir uns weiter entwickeln können. Das Ziel ist die Heilung und damit die Transformation von Mustern, Glaubenssätzen, Konditionierungen, usw. So können wir immer mehr zu uns selbst kommen. Je mehr wie zu uns selbst kommen, desto mehr lieben wir uns selbst und können damit mit jedem Schritt unabhängiger werden.
 
Autor: Kurt-Christian Adenau