Würdige Deine Leistungen

In dem Artikel beschreibt der Autor seine Erfahrungen im Umgang mit der Würdigung eigener Leistungen.


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In einem vorherigen Blogartikel "Rückblick auf das Jahr 2017" hatte ich bereits geschrieben, dass 2017 das Jahr der „Öffnung des Herzens“  ist. So auch bei mir. Ein Thema, welches mir auf meiner Reise begegnete und zu dieser Aussage wunderbar passend erscheint, ist die „Würdigung eigener Leistungen“.

 

Dieses Thema brachte verschiedene Facetten mit sich: Würdigung eigener Leistungen durch Externe (also Lob, Anerkennung, Kritik, etc.) als auch durch mich selbst [wie sehe ich meine eigene Leistungen (Perfektionismus), eigene kritische Haltung, etc.].

 

In gewissen Situationen spürte ich das Bedürfnis, von anderen gelobt werden zu wollen bzw. müssen. Aus meiner Sicht hatte ich eine Aufgabe oder eine Tätigkeit besonders "gut" erledigt und wollte eine Anerkennung von anderen Menschen erhalten. Allerdings war das faszinierend, denn ich hatte nach einem Lob "immer noch" das Gefühl, dass die Aufgabe zu leicht war oder ich habe dazu nicht viel beigetragen habe, dass es noch besser hätte laufen können, usw. ...

Kurz um: Auch nach dem Lob war ich mit meiner Leistung nicht zufrieden.

 

Ich habe mir die Frage gestellt, warum brauche ich diese Anerkennung und warum hatte ich das Gefühl, dass es manchmal nicht gut genug sei, was ich mache?
 
Eine Erkenntnis war, dass ich selbst unsicher war, ob mir diese Tätigkeiten gelungen waren oder nicht. Ich hatte keine Bezugspunkte in meinem Leben zum Vergleich. Weiterhin wollte ich ja erfolgreich sein und die Tätigkeiten bestmöglich erledigen. Mit dem Lob dachte ich, dass ich dann das Gefühl hätte, die Sache "gut gemacht zu haben". Die Unsicherheit war gefühlt allgegenwärtig. Ich könnte es auch hilflos nennen, zumindest in gewissen Situationen könnte dies auch zutreffend sein. Jedenfalls fühlte mich zutiefst verunsichert. Von Externen wurde mir zugesprochen, dass ich in einigen Situationen wie ein kleines Kind dagestanden hätte...

 

Nach und nach begab ich mich auf die Suche, horchte in mich und fand sehr zutreffende Glaubenssätze heraus. Interessant war, dass die Angst vor Fehlern hinter den Glaubenssätzen stand. Ich wollte keine Fehler machen und frage daher andere je nach Situation um Rat bzw. Anerkennung / Lob. Manchmal waren auch Themen wie „Perfektionismus“ und das „Messen an Leistungen von anderen Menschen“ die eigentliche Ursache.

 

Ich war überrascht und beobachtete, dass gerade die Angst vor Fehlern sehr weitrechend war. Manchesmal überlegte ich, ob ich Ideen umsetzen sollte und ob nicht eine andere Vorgehensweise (bis hin zu "ich setze die Idee nicht um") besser wäre. Jedenfalls vertraute ich in manchen Themen meinen intuitiven Eingebungen / Ideen nicht so wirklich.

 

Durch die Angst vor Fehlern erwartete ich auch, dass eine "negative" Handlung erfolgen würde, wenn die Idee "schief gehen" würde. Auch diese Erwartungshaltung zeigte sich als Muster bzw. Glaubenssatz aus meiner Jugend ("Fehler werden bestraft").

 

Der eigentliche Grund für die beschriebenen Ängste, Glaubenssätzen, Mustern und Konditionierungen resultieren alle aus mangelnder Selbstliebe und der Vorstellung, nicht perfekt zu sein (so wie ich bin). In absoluter Selbstliebe sammelt man Erfahrungenoder kann vorher um Rat fragen, ohne hilflos zu sein / zu wirken.  Jede Erfahrung ist sinnvoll und nützlich auf unserem Weg, wenn wir diese würdigen und uns ansehen (i.S. einer Selbstreflexion)!

 

Wie konnte ich eine Veränderung herbeiführen?

 

Ich schaute mir rückblickend nach und nach oben beispielhaft beschriebene Situationen an, notierte mir Ideen und Stichpunkte zu Glaubenssätzen, Mustern und Konditionierungen. So erhielt ich langsam ein Gesamtbild an Möglichkeiten.

 

Letztendlich konnte ich mit einem Mix aus verschiedensten Techniken (u.a. Robert Betz, Dain Heer, Eva-Maria Zurhorst, usw.) die Glaubenssätze transformieren, damit besser "frei" agieren und mich damit in bestimmten Situationen "bewusst" entscheiden. Eine solche Veränderungen braucht seine Zeit, manchmal muss man auch mit sich selbst geduldig sein.


Zusammenfassung:
 
Das „Brauchen“ von Lob und Anerkennung spiegelt in uns mangelnde Selbstliebe: Angst vor Fehlern, Angst vor Bestrafung (durch Fehler, letztendlich durch Fehler auch vor dem Tod), vielleicht vergleicht man seine Leistungen mit anderen Menschen, erkennt seine Tätigkeiten, Erfolge, Errungenschaften nicht oder nur geringfügig an. 

Um sein wahres Selbst zu finden, muss man lernen, diese Ängste zu meistern und Ideen umsetzen, ohne im Vorfeld Erwartungen an das Ergebnis zu stellen. Dies führt mich zu dem Text des Titelbildes: "Believe in yourself", frei übersetzt: "Glaube an Dich selbst". Dann ist alles möglich!

 

Autor: Kurt-Christian Adenau