Neues Schulsystem in Finnland

Ich habe einige sehr interessante Artikel zum ab 2020 geplanten finnischen Schulsystem gefunden:

 

In Finnland soll eine neue Unterrichtsform eingeführt werden. Die klassischen Schulfächer sollen bis 2020 abgeschafft und dafür ein themenorientiertes Lernen ermöglicht werden. Bezeichnet wird diese Unterrichtsform als „Phänomen-Unterricht“. Zudem soll die Gruppenarbeit gefördert und der Frontalunterricht damit abgelöst werden.

 

Aus dem Artikel des Spiegels vom 14.11.2016 zitiere ich das folgende Beispiel zur Verdeutlichung: "Der Zweite Weltkrieg wird zukünftig in einem Projekt gleichzeitig aus historischer, geografischer und mathematischer Perspektive behandelt. Beim Thema "Arbeiten in einem Café" könnten Kenntnisse in Englisch und Wirtschaft sowie schriftliche und mündliche Kommunikationsfähigkeiten vermittelt werden." (Originalquelle Bright Side)

 

Der Spiegel berichtete bereits vergangenes Jahr (siehe Artikel des Spiegels vom 30.04.2015) über die geplante Änderung.

 

Weitere Links zu diesem Thema:

Weiterhin habe ich die Seite "Lehrerbildung-Medien" zum Thema "PISA-Studie" gefunden. Sie beinhaltet einen kurzen Vergleich zwischen dem aktuellen finnischen und dem deutschen Schulsystem. Die Kritik bezieht sich auf die Unterrichtung "neuer Medien".

 

Mein Fazit: Ich finde diesen Ansatz toll. Er bietet die Chance, ein Ereignis ganzheitlich zu betrachten und nicht - wie bisher - punktuell aus einer fachlichen Sicht zu beleuchten. Aus meiner Erfahrung ist die Abstimmung zwischen den Schulfächern / Fachlehrern schwierig, so dass behandelte Ereignisse in der Schule meist mehrfach angesprochen werden (müssen). Durch die neue ganzheitliche Betrachtungsweise besteht zudem die Möglichkeit, dass Schüler mehr Interesse für andere Bereiche (früher Schulfächer) entwickeln, da diese nun nicht mehr isoliert sondern im Zusammenhang mit andern Bereichen stehen (i.S. von "Mitnahmeeffekten").

Autor: Kurt-Christian Adenau